Logo Landkreis-Heilbronn

Mit Termin ins Landratsamt

In vielen Bereichen des Landratsamtes Heilbronn ist es zur Erledigung der Anliegen im Normalfall nicht notwendig, dass Besucherinnen und Besucher persönlich im Landratsamt erscheinen. In den meisten Fällen können dringende Angelegenheiten telefonisch, postalisch oder per E-Mail mit den jeweiligen Ansprechpartnern geklärt werden. Sollte jedoch der persönliche Besuch im Landratsamt notwendig sein, besteht die Möglichkeit, einen Termin zu vereinbaren. Bitte informieren Sie sich hier über die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit den jeweiligen Bereichen.

Ein Euro Einsatz, drei Euro Gewinn

Der Landkreis Heilbronn gehört zu den Pionieren der Forstwirtschaft.
2009 haben 40 Kommunen ihre Wälder nach den strengen FSC-Vorgaben (Forest Stewardship Council) zertifizieren lassen. Die Bilanz nach einem Jahr fällt positiv aus. Vize-Landrat Lutz Mai: "Wir sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen der Startphase." Löwensteins Bürgermeister Klaus Schifferer, Vorsitzender des Arbeitskreises Forst im Gemeindetag-Kreisverband, sieht das genauso. "Unsere Erwartungen sind mehr als erfüllt worden."

Jedes Gemeinderats-Gremium im Landkreis Heilbronn musste sich im vergangenen Jahr mit dem Thema FSC beschäftigen. Am Ende folgten 40 von 46 Kommunen der Empfehlung des Gemeindetag-Kreisverbands und beteiligten sich an der Zertifizierung. Und das erste Jahr gibt ihnen recht. "Das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag liegt eindeutig im rentablen Bereich", sagt Lutz Mai. Einem Euro Mehraufwand stünden drei Euro höhere Erlöse gegenüber.

Insgesamt haben die Städte und Gemeinden 60 000 Festmeter FSC-Holz im Angebot. 22 000 Festmeter konnten bereits im ersten Jahr als solches ? mit Preisaufschlägen ? vermarktet werden. Ziel ist, mittelfristig das gesamte Angebot zu den höheren FSC-Preisen verkaufen zu können. Im vergangenen Jahr hat das Kreisforstamt mit kommunalen Wäldern einen Umsatz von etwa 3,5 Millionen Euro erteilt. Die Mehreinnahmen durch FSC beziffert das Forstamt auf 30 000 Euro.

Die höheren Erlöse bilden aber nur einen Teil der Wahrheit ab. Die schlechte konjunkturelle Lage hatte sich auch auf den Holzmarkt insgesamt ausgewirkt. In dieser Situation profitierten die Landkreis-Kommunen vom neuen Zertifikat. "Wir konnten neue Kunden gewinnen", erläutert der Vize-Landrat. "Genau deshalb wollten wir das Siegel auch. Uns ging es darum, eine bessere Marktposition zu bekommen", ergänzt Bürgermeister Klaus Schifferer. Beispiel Buche: Während konkurrierende Forstbetriebe ein dickes Minus bei dieser Baumart hinnehmen mussten, blieb Heilbronn etwa auf Vorjahresniveau. Möglich machte dies die um 30 Prozent gestiegene Kundenzahl. "Wir können deshalb noch Holz verkaufen, auch wenn sich regionale Märkte verengen", sagt Lutz Mai.

Vielen Kommunen war das Ja zum neuen Zertifikat leicht gefallen. Schließlich wird im Landkreis Heilbronn Forstwirtschaft schon seit längerem auf einem hohen Niveau betrieben. Große Umstellungen waren deshalb nicht nötig. Ökologische Vorteile ergeben sich beispielsweise durch das Verbot, mit Insektiziden zu spritzen. Folge: Kunden müssen ihr Nadelholz schneller abholen. Das bringt schneller Ruhe in den Wald und bei manchen Sortimenten sogar Zinsgewinne.

Der Auftakt der FSC-Ära war also erfolgreich. Was bringt die Zukunft? Vize-Landrat Mai: "In der kommenden Einschlagssaison werden wir wieder neue Kunden auch im Bereich FSC haben, die unser wirtschaftliches Handeln auf eine breitere Basis stellen."

Reto Bosch, Heilbronner Stimme vom 24.8.2010