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Mit Termin ins Landratsamt

In vielen Bereichen des Landratsamtes Heilbronn ist es zur Erledigung der Anliegen im Normalfall nicht notwendig, dass Besucherinnen und Besucher persönlich im Landratsamt erscheinen. In den meisten Fällen können dringende Angelegenheiten telefonisch, postalisch oder per E-Mail mit den jeweiligen Ansprechpartnern geklärt werden. Sollte jedoch der persönliche Besuch im Landratsamt notwendig sein, besteht die Möglichkeit, einen Termin zu vereinbaren. Bitte informieren Sie sich hier über die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit den jeweiligen Bereichen.

Überleben im Verkehrsdschungel

Zugestellte Radwege, parkende Autos auf dem Schutzstreifen, rote Welle an den Ampeln – jeder Radfahrer kennt diese Tücken im Straßenverkehr. Mit ein paar Tricks und etwas Gelassenheit kommen sie trotzdem wohlbehalten ans Ziel.
Unterwegs im Verkehrsdschungel. Sieben Überlebenstricks für Radfahrer helfen sicher ans Ziel zu kommen.
Quelle: AGFK BW

Noch ist Baden-Württemberg nicht das neue Kopenhagen, Amsterdam oder Münster – doch 52 Kommunen haben sich bereits auf den Weg gemacht, fahrradfreundlich zu werden und sind dazu der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW) beigetreten. Denn Fahrradfahren wird immer beliebter: Bereits 59 Prozent aller 20- bis 39-Jährigen nutzen auf dem Weg zu Arbeit, Schule oder Ausbildung das Rad[1]. Umso wichtiger ist die richtige Nutzung der Radverkehrsinfrastruktur:

1. Immer auf dem richtigen Weg

Sicherheit geht vor: Eine der häufigsten Unfallursachen mit Radfahrern ist die falsche Nutzung der Infrastruktur. Damit Autofahrer, andere Radfahrer oder Fußgänger einen nicht übersehen, gilt: Bürgersteige sind, sofern nicht anders ausgewiesen, nur für Fußgänger und Radfahrer bis zu einem Alter von 10 Jahren da. Radfahrer fahren wie Autofahrer auf der rechten Straßenseite – es sei denn der Radweg auf der linken Seite ist durch amtliche Verkehrszeichen in beide Richtungen geöffnet. Ist der Weg verstellt, hilft ein freundliches Miteinander mehr als erhobene Fäuste – Geschwindigkeit anpassen, Signal geben und Hindernis umfahren.

2. Auf die richtige Richtung kommt's an

Häufig sind Einbahnstraßen bereits in beide Richtungen für den Radverkehr geöffnet und Autofahrer werden durch Schilder darauf aufmerksam - wo diese nicht stehen, gilt für Rad- und Autofahrer, dass die Durchfahrt entgegen der Fahrtrichtung verboten ist. Dies beugt Unfällen vor.

3. Immer gegen den Uhrzeigersinn

Die richtige Richtung ist auch bei Radwegen an Kreisverkehren wichtig, denn obwohl es beim Linksabbiegen kürzer ist in die Gegenrichtung zu fahren, birgt das ein hohes Unfallrisiko. Ist in Kreisverkehren kein Radweg vorhanden, ist der sicherste Platz für Radfahrer übrigens mittig auf der Fahrbahn – so können Autos nicht überholen oder schneiden. Und Autofahrern hilft dies auch, sie müssen sich nur auf das Fahrzeug vor sich konzentrieren und nicht auch noch auf Radfahrer, die von rechts kommen.

4. Vorsicht an Zebrastreifen

Absteigen müssen Radfahrer beim Überqueren des Fußgängerüberweges nicht, sondern dürfen ihn mit angepasster Geschwindigkeit fahrend passieren. Allerdings haben sie dann keinen Vorrang, wie man es als Fußgänger gewohnt ist. Für Autofahrer heißt es deshalb vor Zebrastreifen: auf große und vor allem kleine Radfahrer achten.

5. Pole Position fürs Rad

Ziel ist, dass im Verkehrsdschungel jeder seinen Platz bekommt. Dieser darf dann gerne genutzt werden: Wo an Kreuzungen mit Ampeln Aufstellflächen für Radfahrer markiert sind, dürfen diese sich vor Kraftfahrzeugen platzieren. Diese Fahrspur, die sich manchmal über die ganze Breite der Fahrbahn erstreckt, ermöglicht es Radfahrern, sich während der Rotphase im Sichtfeld der Autofahrer aufzustellen und bei grün ungefährdet und als erste los zu radeln. So können Konflikte, etwa zwischen links abbiegendem Rad- und geradeaus fahrendem Kraftfahrzeugverkehr, vermieden werden. Autofahrer sollten diese Aufstellflächen freihalten. Und statt sich über die Radfahrer „vor ihrer Nase“ zu ärgern, sollten die Autofahrer bedenken, dass sie wesentlich länger warten müssten, säßen die Verkehrsteilnehmer vor ihnen statt auf einem Sattel ebenfalls am Steuer.

6. Es darf nochmal gesagt werden

Es ist eigentlich klar: Rot ist rot und heißt „Anhalten“. Die grüne Welle ist häufig primär auf den Autoverkehr ausgerichtet – das ärgert viele Radfahrer, doch über rot zu fahren ist riskant. Und noch ein „Weiß ich doch“-Hinweis: Alkoholisiert fährt keiner Auto, aber auch Radfahren ist unter Alkoholeinfluss nicht erlaubt. Ab 1,6 Promille droht eine strafrechtliche Verfolgung und das Unfallrisiko steigt.

7. Miteinander statt Gegeneinander

Der beste Tipp zum Schluss: Jeder macht mal Fehler – damit diese nicht in einem Unfall enden, heißt es Mitdenken, nicht auf das eigene Recht beharren und Rücksicht nehmen. So kommen alle Verkehrsteilnehmer gesund an ihr Ziel.

Die AGFK-BW e. V.

Das Landratsamt Heilbronn will den Radverkehr nachhaltig voranbringen und ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg. Die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW) ist ein Netzwerk von zurzeit 54 Städten, Landkreisen und Gemeinden. Unterstützt und gefördert vom Land, wollen die Kommunen das Radfahren als selbstverständliche, umweltfreundliche und günstige Art der Fortbewegung fördern, mehr Menschen sicher aufs Rad bringen und ihnen die Freude am Radfahren vermitteln – für eine neue Radkultur in Baden-Württemberg. Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die nachhaltige Mobilitätserziehung von Kindern und Jugendlichen.


[1] Quelle: https://www.dvr.de/download/broschuere_sicher_rad_fahren_2015.pdf