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Zutritt zum Landratsamt ab Montag nur mit 3G-Nachweis möglich

Ab Montag, 6. Dezember 2021, ist der Zutritt zum Landratsamt Heilbronn nur noch mit 3G-Nachweis (geimpft, genesen oder Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests) möglich. Die entsprechenden Nachweise werden an den Eingängen kontrolliert. Dies betrifft sowohl das Gebäude in der Lerchenstraße als auch die Außenstelle in der Kaiserstraße. Die Pflicht zum Tragen einer medizinischen oder FFP2-Maske bleibt bestehen. Weitere Informationen zu den Regelungen finden Sie hier.

Außerdem sind Besuche im Landratsamt aktuell nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Ausnahme ist die Kfz-Zulassungsstelle. Bitte informieren Sie sich hier über die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit den jeweiligen Bereichen. 

Energie-Forschungsprojekt Wüstenrot ist Umsetzungsgemeinde für das innovative europaweite Energie-Forschungsprojekt Sim4Blocks

Quelle: Gemeinde Wüstenrot

Durch das Forschungsprojekt Sim4Blocks wird auf lange Sicht ermöglicht, die kommunalen Einrichtungen der Gemeinde Wüstenrot in Bezug auf den Energieverbrauch wesentlich effizienter zu betreiben. Die hierfür erforderlichen elektrischen Einrichtungen werden in diesem Rahmen vor Ort entwickelt. Der Vorteil der Vor-Ort-Entwicklung ist dem Umstand zu verdanken, dass Wüstenrot als eine von drei Umsetzungsgemeinden in ganz Deutschland eine Vorreiterstellung in diesem innovativen Projekt einnimmt. Die Umsetzung des Sim4Blocks Projektes in Wüstenrot, wird von der Europäischen Kommission mit einem Betrag von 135.000 Euro unterstütz, was einer Förderquote von 100% entspricht.

Die Gemeinde Wüstenrot ist stolz darauf, diesen neuen Schritt in Richtung Plusenergiegemeinde gemeinsam mit ihren Bürgern gehen zu können.

Bereits am 06.04.2016 durfte die Gemeinde 17 Vertreter unter anderem aus Frankreich, Spanien, Österreich und der Schweiz begrüßen, welche das Baugebiet „Vordere Viehweide“ im Rahmen der Stuttgarter Kick-Off Veranstaltung des Sim4Blocks-Projektes besichtigten.

Quelle: Gemeinde Wüstenrot

Hintergrund des EU geförderten Energie-Forschungsprojekt Sim4Blocks:

Können Verbraucher sich besser an Erneuerbare Energien anpassen?

Mit dem zunehmenden gesellschaftlichen Willen zu einer nachhaltigen Energieversorgung werden die Erneuerbaren Energien in Europa so stark ausgebaut wie nie zuvor. Doch was passiert bei Windstille oder bewölktem Himmel? Sim4Blocks, ein von der EU-Kommission im Rahmen des Programms Horizon 2020 gefördertes Projekt, sucht nach Möglichkeiten, die Stromnetze flexibler zu nutzen. Um den natürlichen Schwankungen der Erneuerbaren Energien Rechnung zu tragen, werden innovative Lastmanagement-Systeme getestet, in denen Verbraucher ihren Elektrizitätsverbrauch dem Angebot anpassen.

Nach der Erneuerbare-Energien-Richtlinie soll die EU bis zum Jahr 2020 mindestens 20% ihres Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Quellen decken. Dies bedingt mehr als nur den Bau von Windparks und Solarenergieanlagen. Aufgrund der natürlichen Schwankungen im Wind- und Sonnenenergie-Ertrag muss das Stromversorgungssystem flexibler werden.

Warum ist Flexibilität nötig? 

Wechselspannungs-Elektrizitätsnetze müssen mit gleichbleibender Frequenz betrieben werden. In Europa beträgt sie 50 Hertz. Dies geschieht, indem Stromangebot und -nachfrage im Gleichgewicht gehalten werden. Als Elektrizität fast ausschließlich aus fossilen Quellen und Kernenergie gewonnen wurde, war dies ohne Schwierigkeiten möglich. Die bereitgestellte Energie konnte ohne größeren Aufwand an die Nachfrage angepasst werden, so dass die Netzfrequenz konstant blieb. 

In den letzten Jahren jedoch ist der Anteil der Erneuerbaren Energien an der elektrischen Energieversorgung derartig groß geworden, dass die natürlichen Schwankungen der erneuerbaren Energiequellen die Einhaltung einer stabilen Netzfrequenz schwierig machen. Im schlimmsten Fall kann dies zu Stromausfällen führen oder die Abschaltung von Wind- oder Sonnenenergieanlagen nötig machen, was einer Energieverschwendung gleichkommt.

Lastmanagement („Demand response“)- Energieverbrauch dann, wenn der Wind weht

Da es nicht mehr ohne weiteres möglich ist, die Netzfrequenz auf der Erzeugerseite zu regeln, werden neue Methoden dafür benötigt. Eine Möglichkeit besteht darin, Systeme und Anreize zu schaffen, damit Verbraucher ihre Nachfrage an das Angebot anpassen (statt wie bisher das Angebot an der Nachfrage auszurichten). Das ist mit Lastmanagement (Demand Response) gemeint: Konsumenten passen ihren Stromverbrauch an die zum jeweiligen Zeitpunkt verfügbare Energiemenge an. In der Regel bedeutet dies eine Verschiebung des Elektrizitätsverbrauchs weg von Zeiten mit geringer erneuerbarer Energieerzeugung hin zu Zeiten, an denen mehr Leistung zur Verfügung steht, also z.B. wenn der Wind weht. Die Verbraucher übernehmen damit eine aktivere Rolle im Betrieb des Stromnetzes.

Durch Lastmanagement kann das temporäre Abschalten von Windenergie- oder Photovoltaikanlagen vermieden werden. Lastmanagement kann auch zur Reduzierung von Nachfragespitzen genutzt werden und trägt dadurch zur Entlastung von Spitzenlastkraftwerken bei.

Das Sim4Blocks-Projekt

Sim4Blocks ist ein Forschungsprojekt, das aus dem Förderprogramm Horizon 2020 der Europäischen Kommission finanziert wird. Im Rahmen von Sim4Blocks werden innovative Lastmanagementverfahren für private und gewerbliche Nutzung entwickelt. Im Projekt werden dezentrale Energiemanagement-Technologien zur Lastregulierung auf Quartiersebene verknüpft. Am Projekt beteiligt sich ein Konsortium von 17 europäischen Partnern. Es startete am 1. April 2016 und hat eine Laufzeit von vier Jahren.

Die Lastmanagement-Systeme und -Dienste werden zunächst an drei Orten in Deutschland,Spanien und in der Schweiz getestet. Dabei kommen Schnittstellen zum Einsatz, die eine intuitive Nutzung sicherstellen sollen. An den drei Orten befinden sich Quartiere mit Niedrigenergiehäusern, verschiedenen Energieversorgungssystemen und einer Infrastruktur, die das Testen von Lastmanagement-Strategien ermöglicht.

Alles in allem wird Sim4Blocks dazu beitragen, dass sich das Stromnetz flexibler auf die schwankenden regenerativen Energiequellen einstellen kann. Damit leistet das Projekt einen wertvollen Beitrag zur Dekarbonisierung der Stromerzeugung. Zudem wird Sim4Blocks private Nutzer für die Thematik sensibilisieren und sie einbinden. Nicht zuletzt werden auch Kosteneinsparungen für Verbraucher angestrebt. 

Wenn Sie weitere Informationen zu Sim4Blocks benötigen, können Sie die Projektkoordinatorin Ursula Eicker kontaktieren. Ihre Email-Adresse ist: ursula.eicker@hft-stuttgart.de

Die Sim4Blocks-Webseite (zurzeit im Aufbau) befindet sich hier:

www.sim4blocks.eu