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Berufskraftfahrerqualifikation

Seit dem 10.09.2008 gilt das Berufskraftfahrerquali-fikationsgesetz für alle Busfahrer und ab dem 10.09.2009 für alle LKW-Fahrer. Mit dieser Regelung möchte der Gesetzgeber die Verkehrssicherheit erhöhen und eine umfassende Aus- und Weiterbildung der Lkw- und Busfahrer sicherstellen.

Was beinhaltet das Berufskraftfahrer-Qualifikationsgesetz?

Fahrerinnen und Fahrer, die gewerblich im Güterkraft- und Personenverkehr tätig sind, müssen eine Grundqualifikation und später alle fünf Jahre eine Weiterbildung nachweisen. Der Güterkraftverkehr bezieht sich auf die Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C und CE. Im Personenverkehr sind es die Fahrerlaubnisklassen D1, D1E, D und DE.

Die Berufsfahrerqualifikation wird in der Praxis auch als Schlüsselzahl 95 bezeichnet. Diese Schlüsselzahl wird im Führerschein als Nachweis in der Spalte 12 in der Zeile der jeweiligen Klasse als „95.TT.MM.JJJJ“ (Datum des Fristablaufs der Grundqualifikation oder Weiterbildung) eingetragen. Diese Regelungen gelten auch für Fahrerinnen und Fahrer aus anderen EU-Ländern, die in Deutschland tätig werden. Auch Fahrerinnen und Fahrer aus Deutschland, die in EU-Ländern tätig werden, müssen dort die Schlüsselzahl 95.TT.MM.JJJJ nachweisen.

Wer benötigt die Eintragung der Schlüsselzahl 95?

Die Regelung gilt für alle Fahrer im Güter- und Personenverkehr, sofern sie

  • Fahrten zu gewerblichen Zwecken auf öffentlichen Straßen durchführen
  • mit Fahrzeugen unterwegs sind, für die eine Fahrerlaubnis der C- und D-Klassen erforderlich ist
  • deutsche Staatsangehörige sind oder zur EU oder einem Staat gehören, mit denen die EU ein entsprechendes Abkommen hat.

Der Gesetzgeber hat dabei einige Ausnahmetatbestände gem. § 1 Abs.2 BKrFQG festgelegt, die die Fahrer von der Berufsfahrerqualifikation entbinden (siehe Link unten "Anwendungshinweise").

Wie erhalte ich die Berufskraftfahrerqualifikation/Eintragung der Schlüsselzahl 95?

Es gibt hierbei zwei verschiedene Vorgehensweisen für die Eintragung der Schlüsselzahl 95. Diese wird abhängig gemacht vom Erwerb der Fahrerlaubnisklassen C und D.

  • Fahrerinnen und Fahrer, die bis zum 09.09.2008 im Besitz der Fahrerlaubnisklasse(n) D1, D1E, D oder DE sind, gelten in dieser Fahrerlaubnisklasse als grundqualifiziert, gemäß § 3 Nr. 1 BKrFQG.
  • Fahrerinnen und Fahrer, die bis zum 09.09.2009 im Besitz der Fahrerlaubnisklasse(n) C1, C1E, C oder CE sind, gelten in dieser Fahrerlaubnisklasse als grundqualifiziert, gemäß § 3 Nr. 2 BKrFQG.

Vorgehen:
Die Inhaber, die die oben genannten Fahrerlaubnisklassen vor den Stichtagen erworben haben, müssen für die Eintragung der Schlüsselzahl 95 eine Weiterbildung absolvieren. Diese beträgt mindestens 35 Ausbildungsstunden. Die Weiterbildung kann in den Güterkraftverkehrs- oder Busverkehrsklassen oder gleichzeitig für beide Bereiche durchgeführt werden. Ist eine Fahrerin/ein Fahrer in beiden Gewerben tätig, muss sie/er sich nur einmal in diesem Zeitraum weiterbilden. Die Weiterbildung muss alle fünf Jahre erfolgen.

Fristen:
Inhaber der Fahrerlaubnisklassen D1, D1E, D und DE, die gewerblich Personen befördern, müssen ab 10. September 2013 eine Schlüsselzahl 95.TT.MM.JJJJ nachweisen.

Inhaber der Fahrerlaubnisklassen C1, C1E, C und CE für den gewerblichen Güterkraftverkehr, müssen ab 10. September 2014 eine Schlüsselzahl 95.TT.MM.JJJJ nachweisen.

Es besteht die Möglichkeit, den Weiterbildungsrhythmus und die Gültigkeit der Fahrerlaubnis aufeinander abzustimmen, da Fahrerlaubnisinhaber, die keine Grundqualifikation absolvieren müssen, den ersten Weiterbildungsnachweis erst bis zum 10. September 2015 (Fahrerlaubnisklasse D) bzw. 10. September 2016 (Fahrerlaubnisklasse C) erbringen müssen, sofern die Gültigkeit der aktuellen Fahrerlaubnis in diesem Zeitraum endet.


Fahrerinnen und Fahrer, die nach den oben genannten Stichtagen die Fahrerlaubnis der Klassen C und D erhalten haben, müssen für die Eintragung der Schlüsselzahl 95 eine Grundqualifikation nachweisen.

Vorgehen:
Die Grundqualifikation wird einerseits durch Abschluss einer Berufsausbildung zur Berufskraftfahrerin/ Berufskraftfahrer oder Fachkraft im Fahrbetrieb oder einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zur Durchführung von Fahrten mit Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden, erworben. Derzeit werden als vergleichbare Ausbildungen solche zum/zur Straßenanwärter/in und Werksfeuerwehrmann/-frau anerkannt.

Andererseits können Inhaber einer der oben genannten Fahrerlaubnisklasse(n) auch durch eine Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) eine Grundqualifikation erwerben. Je nach Alter ist die Prüfung von unterschiedlicher Dauer. Eine verkürzte Prüfung ist nach Teilnahme an einer beschleunigten Grundqualifikation möglich. Diese besteht aus 140 Ausbildungsstunden, davon zehn Stunden praktischer Teil, in einer anerkannten Ausbildungsstätte (siehe unten).

Fristen:
Die Schlüsselzahl 95 ist bei der Durchführung von Fahrten im Güterkraft- oder Personenverkehr zu gewerblichen Zwecken unverzüglich unter Vorlage einer Prüfungsbescheinigung der IHK bei der Fahrerlaubnisbehörde zu beantragen.

Alle fünf Jahre ist eine Weiterbildung zu absolvieren. Die Weiterbildung beträgt mindestens 35 Ausbildungsstunden. Sie kann in den Güterkraftverkehrs- oder Busverkehrsklassen oder gleichzeitig für beide Bereiche durchgeführt werden. Ist eine Fahrerin/ein Fahrer in beiden Gewerben tätig, muss sie/er sich nur einmal in diesem Zeitraum weiterbilden.

 

  • Fahrschulen der Klasse CE und/oder DE, deren Fahrschulerlaubnis nicht ruht
  • Ausbildungsstätten nach dem Berufsbildungsgesetz
  • Bildungsbetriebe nach dem Berufsbildungsgesetz
  • Unternehmen, Institutionen oder natürliche Personen können sich als Ausbildungsstätte anerkennen lassen. Nach einem förmlichen Anerkennungsverfahren gemäß § 7 Abs. 2 BKrFQG und § 6 BKrFQV sind diese Ausbildungsstätten berechtigt, die beschleunigte Grundqualifikation und die Weiterbildung in ihren zugelassenen Schulungsräumen oder auf Übungsplätzen im jeweiligen Anerkennungsbereich der Erlaubnisbehörde durchzuführen.

 

Die Fahrerkarte erhalten Sie im Landkreis Heilbronn nicht bei der Führerscheinstelle, sondern bei DEKRA oder TÜV.

Über die Links unten können Sie sich zu diesem Thema informieren.

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