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Jagd

In den 46 Städten und Gemeinden des Kreises gibt es über 200 Jagdreviere, die in den meisten Fällen von den Eigenjagdbesitzern oder Jagdgenossenschaften an Jagdausübungsberechtigte verpachtet sind.
Hochsitz in der Abenddämmerung
Quelle: Anton Kaiser

Wer ein Revier pachten oder jagen will,  muss einen Jagdschein haben. Dieser wird auf Antrag vom Kreisjagdamt ausgestellt, wenn zuvor die Jägerprüfung abgelegt wurde. Das Kreisjagdamt ist keine Abteilung des Landratsamtes, sondern ein Gremium, in dem der Landrat oder ein von ihm benannter Vertreter den Vorsitz hat. Ihm gehört jeweils ein Vertreter der Jäger, der Forstwirtschaft, der Jagdgenossenschaften, der Landwirtschaft und der Gemeinden an. Das Gremium entscheidet über alle jagdlichen Angelegenheiten im Landkreis, so z. B. über die Festsetzung der Abschusspläne. Grundlage hierfür sind die forstlichen Gutachten des Forstamtes über Verbiss-Schäden im Wald.

Für alle jagdlichen Angelegenheiten im Staatswald ist das Forstamt zuständig. Hier bekommen mithelfende Jäger und Jagdgäste Möglichkeiten, die Jagd auszuüben.

Das in den Eigenjagdbezirken und den gemeinschaftlichen Jagdbezirken erlegte Wild wird von den Jägern an private Endabnehmer, Gaststätten und Metzgereien der Region verkauft. Wer Interesse an Wildbret aus dem Staatswald hat, kann sich an den örtlichen Revierleiter oder das Forstamt wenden.

Weitere Informationen zur Verwendung von Wildfleisch in der Küche erhalten Sie über den Link unten.

Jagdrecht

Ein Jagdschein ist - neben der Zustimmung des jeweiligen Jagdrechtsinhabers - notwendig, um in Deutschland legal die Jagd ausüben zu dürfen.

Jagdscheine können für deutsche Staatsangehörige ausgestellt werden:

  • als Dreijahresjagdschein
  • als Jahresjagdschein
  • als Tagesjagdschein (14 Tage gültig)

Für einen Jagdschein benötigen Sie: 

  • Das Zeugnis über die bestandene deutsche Jägerprüfung,
  • ein Lichtbild im Hochformat (Passbild-Standard) und
  • eine Versicherungsbestätigung über das Bestehen der Jagdhaftpflicht (auf der Bestätigung muss vermerkt sein, dass die Versicherung der Jagdbehörde benachrichtigt, sofern kein ausreichender Versicherungsschutz mehr besteht; Versicherungszeitraum, ausreichende Deckungssumme, Name der Versicherungsgesellschaft).

Ausländische Staatsangehörige können einen Ausländer-Jagdschein erhalten. Hierfür benötigen Sie;

  • einen Nachweis über das Bestehen der ausländischen Jägerprüfung
  • ein Führungszeugnis aus dem Heimatstaat (wenn der Wohnsitz der letzten fünf Jahre sich nicht in Deutschland befindet. Das Führungszeugnis muss ggf. in beglaubigter Übersetzung vorliegen, sofern es nicht in Deutsch abgefasst ist) oder ein gültiger Europäischer Feuerwaffenpass
  • eine auf Deutsch übersetzte Versicherungsbestätigung über das Bestehen der Jagdhaftpflicht.

Von der Jagdbehörde werden dann die Zuverlässigkeit und die persönliche Eignung durch Abfragen beim Bundeszentralregister und der zuständigen Polizeidienststelle überprüft. Liegen keine relevanten Erkenntnisse vor, kann der Jagdschein erteilt werden.

Einen Antragsvordruck für die Erteilung eines Jagdscheins finden Sie unten.

Das Jagdrecht eines Grundstücks kann, wenn die/der Grundstückseigentümer(in) das Recht nicht selbst wahrnimmt, auch an Dritte verpachtet werden. Hierzu sind sämtliche Grundstückseigentümer einer Stadt / Gemeinde oder eines Teils davon in einer Jagdgenossenschaft zusammengeschlossen. Von dieser Jagdgenossenschaft kann ein Jagdrevier gepachtet werden, wenn:

  • die Interessentin / der Interessent seit mindestens drei Jahren einen Jagdschein besitz
  • dieser Jagdschein noch gültig ist und
  • der/ dem Betreffenden auf insgesamt maximal 1.000 Hektar die Ausübung des Jagdrechts zusteht (hierzu zählen auch ggf. vorhandene eigene Jagdbezirke oder andere von der Interessentin/ dem Interessenten gepachtete Reviere).

Die Pachtverhandlungen werden direkt mit der Jagdgenossenschaft (vielerorts vertreten durch das Bürgermeisteramt) geführt.

Soll an jemanden verpachtet werden, der erstmalig ein Revier der Jagdgenossenschaft pachtet, so muss darüber die gesamte Jagdgenossenschaft in einer Versammlung abstimmen.

Pachtverträge müssen der Jagdbehörde beim Landratsamt angezeigt werden. Die Jagdbehörde prüft dann, ob die Jagdpachtverträge den wesentlichen Regelungen des Jagdrechts entsprechen. Nicht überprüft werden dagegen die privatrechtlichen Teile des Jagdpachtvertrags.

 

 

Auf bestimmte, kleinere Tierarten kann die Jagd auch mit Fallen ausgeübt werden. Fallen dürfen jedoch nur verwendet werden, wenn sie einem bestimmten Fallentyp entsprechen und von einer Prüfstelle registriert wurden.

Mit Inkrafttreten des Jagd-und-Wildtiermanagement-Gesetzes sind die Jagdbehörden für die Fallenanmeldung nicht mehr zuständig. Eine Anmeldung der Fallen durch die Jagdbehörde kann daher seit dem 1. April 2015 nicht mehr erfolgen.

Die neue Prüfstelle wurde vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bisher noch nicht benannt. Sobald diese bekannt ist, finden Sie hier einen Hinweis darauf.

Besonders Schwarzwild verursacht in unserer Region häufig Wildschäden. Das Jagd- und Wildtiermanagement-Gesetz enthält auch für diesen Fall Regelungen.

Werden Grundstücke in einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk durch Reh-, Dam-, Sika- Rot-, Muffel- oder Schwarzwild oder durch Wildkaninchen beschädigt, so müssen in bestimmten Fällen entweder die Jagdgenossenschaft oder - je nach Gestaltung des Jagdpachtvertrages - die / der jeweilige Jagdpächter(in) hierfür Schadenersatz leisten. Für Schäden, die durch andere als die oben genannten Tierarten verursacht wurden - etwa durch Krähen oder Waschbären - besteht im Jagdrecht keine gesetzliche Schadenersatzpflicht.

Der Wildschaden muss innerhalb einer Woche bei der Gemeinde, auf deren Gemarkung das geschädigte Grundstück liegt, angemeldet werden. Die Gemeinde stellt dann eine Bescheinigung über die Anmeldung des Wildschadens aus.

Anschließend müssen sich Geschädigte(r) und Ersatzpflichtige(r) miteinander über den eventuell zu leistenden Schadensersatz auseinander setzen. Hierfür können sich die Beteiligten der Hilfe von Wildschadensschätzern bedienen. Die Städte und Gemeinden verfügen in der Regel über Adresslisten der Wildschadensschätzer in der Region.

Kommt zwischen den Beteiligten keine Einigung zu Stande, können die Ansprüche gegebenenfalls auf dem Wege der Klage beim Amtsgericht geklärt werden. Die Jagdbehörde ist im gesamten Verfahren des Wildschadens nicht beteiligt.

Immer häufiger dringen Wildtiere auch in den von Menschen bewohnten Siedlungsraum ein. Dies kann probelmatisch werden, besonders wenn dadurch Schäden entstehen.

Rat und Hilfe bietet der Wildtierbeauftragte der Jagdbehörde:

Michael Meny, Tel 07262 2069120, E-Mail: Michael.Meny@landratsamt-heilbronn.de

Eine besondere Form der Jagdausübung sind Treib- und Drückjagden. Dabei wird das Wild durch Treiber(innen) in Richtung der Schützinnen / Schützen getrieben.

Treib- und Drückjagden sind nach dem Jagdrecht weder anmelde-, noch genehmigungspflichtig. Einzig wenn durch die Jagd öffentliche Verkehrswege betroffen sind, kann eine verkehrsrechtliche Anordnung der Verkehrsbehörde notwendig sein. Falls nötig, müssen durch den Waldbesitzer / die Waldbesitzerin (oft sind dies die Städte und Gemeinden) aus Sicherheitsgründen dann auch einzelne Waldwege oder der Wald als Ganzes für die Öffentlichkeit gesperrt werden.

Wer eine Drückjagd organisiert, sollte daher mindestens vier Wochen vor dem geplanten Termin

  • mit dem zuständigen Ordnungsamt der betroffenen Gemeinde(n), wenn es sich um Gemeindewald handelt,
  • mit dem zuständigen Revierförster oder der zuständigen Revierförsterin und
  • wenn von der Jagd auch öffentliche Verkehrsflächen betroffen sind auch mit der Straßenverkehrsbehörde

Kontakt aufnehmen und die Einzelheiten abstimmen. Wird eine solche Jagd in der Nähe öffentlicher Verkehrsflächen ohne vorherige Abstimmung mit der Verkehrsbehörde durchgeführt und es kommt zu Unfällen, kann dies zu haftungsrechtlichen Fragen führen.