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Eingliederungshilfe für behinderte Menschen

Ziele und Aufgaben

Wer durch eine wesentliche Behinderung an der Gesellschaft nur eingeschränkt teilhaben kann oder von einer wesentlichen Behinderung bedroht ist, hat Anspruch auf Eingliederungshilfe. Sie ist eine Form der Sozialhilfe, bei der auch das Einkommen und Vermögen des Antragsstellers geprüft wird.
Junges Mädchen im Rollstuhl.
Quelle: panthermedia.net

Ob eine wesentliche Behinderung vorliegt, stellt das Gesundheitsamt des Landkreises Heilbronn fest.

Aufgabe der Eingliederungshilfe ist es, eine drohende Behinderung zu verhüten oder eine vorhandene Behinderung zu beseitigen oder zu mildern mit dem Ziel behinderte Menschen in die Gesellschaft einzugliedern. Ihnen soll die Teilnahme am Gemeinschaftsleben ermöglicht oder erleichtert werden, beispielsweise durch Berufstätigkeit und weitgehende Unabhängigkeit von Pflege. Diese Ziele sind im Teilhabeplan definiert, den Sie unter Downloads finden.

Leistungen vom Kleinkind bis zum Senior

Die Eingliederungshilfe umfasst Hilfemaßnahmen für alle Altersgruppen, vom Kleinkind bis zum Senior. Die einzelnen Leistungen werden je nach Bedarf auch nebeneinander gewährt. Es gelten jedoch die Grundsätze Selbsthilfe vor Fremdhilfe und ambulante vor stationären Maßnahmen.  

Die Eingliederungshilfe wird in der Regel als Sachleistung erbracht, d. h. Übernahme der Kosten für notwendige Maßnahmen. Es gibt aber auch Geldleistungen im Rahmen eines "Persönlichen Budgets". Die Eingliederungshilfe ist eine nachrangige Leistung, d.h. alle anderen Leistungen von Reha-Trägern, wie z. B. Krankenkassen oder Versicherungsträger, müssen zuvor ausgeschöpft werden.

Leistungen für Erwachsene

Das ambulant betreute Wohnen ist eine Möglichkeit für erwachsene Behinderte allein, zu zweit oder als Wohngemeinschaft selbstständig in den eigenen vier Wänden zu wohnen. Unterstützung erhalten sie durch die regelmäßige Beratung und Betreuung von Fachkräften.

Familienpflege ist eine nicht nur vorübergehende Wohnmöglichkeit für erwachsene behinderte Menschen, die nicht selbstständig leben können und in einer Familie individuell betreut werden.  Familienpflege ist nicht nur in fremden Familien möglich, sondern auch z. B. bei Onkel, Tante oder Geschwistern, jedoch nicht bei den Eltern. Die Betreuerfamilie erhält eine angemessene Erstattung für ihre Aufwendungen

Hierbei handelt es sich um eine Heimunterbringung eines Behinderten in einem Behindertenheim. Ausschlaggebend hierfür ist die Art und Schwere der Behinderung oder auch die familiäre Situation

Wenn die häusliche Betreuung, z. B. wegen Urlaubs oder Entlastung der Pflegeperson vorübergehend nicht möglich ist, kann der Behinderte kurzzeitig stationär untergebracht werden. Behinderte mit Pflegestufe I oder keiner Pflegestufe haben in der Regel einen Anspruch auf 28 Tage Kurzzeitunterbringung. Bei Pflegestufe II oder III sind es 42 Tage. Gleichzeitig mit Antragstellung beim Sozialamt muss bei Behinderten mit einer Pflegestufe bei der Pflegekasse ebenfalls ein Antrag gestellt werden. Die Leistungen der Pflegekasse sind vorrangig einzusetzen.

Die Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) ist eine Einrichtung zur Eingliederung Behinderter in das Arbeitsleben. Dort erhalten Menschen, die wesentlich behindert und auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt unter drei Stunden erwerbsfähig sind, eine berufliche Ausbildung und Beschäftigung. Ihre Arbeit wird bezahlt und die Erfahrung der eigenen Leistungsfähigkeit stärkt die Persönlichkeit.

Vor dem Besuch einer Werkstatt müssen das dreimonatige Eingangsverfahren sowie der zweijährige Berufsbildungsbereich durchlaufen werden. Hierfür ist die Agentur für Arbeit der zuständige Kostenträger. Dort muss der Antrag auf berufliche Rehabilitation gestellt werden.

Wer nicht oder noch nicht für die berufliche Eingliederung in einer Werkstatt geeignet ist, findet im Förder- und Betreuungsbereich passende Angebote. Ziele sind hier die Förderung praktischer Kenntnisse und Fähigkeiten, um den Einstieg ins Arbeitsleben  zu erleichtern.

Für Behinderte, in der Regel Senioren, die weder die Werkstatt noch eine Förder- und Betreuungsgruppe besuchen können, gibt es spezielle Angebote. Sie geben den Menschen durch eine klare Tagesstruktur Orientierung und Sicherheit.

Leistungen für Kinder und Jugendliche

Für seelisch behinderte oder von einer solchen Behinderung bedrohte Kinder, Jugendliche oder junge Volljährige bis 27 Jahre ist das Jugendamt der richtige Ansprechpartner. (Siehe interner Link unten "Unterstützung für Familien").

Die Eingliederungshilfe des Sozial- und Versorgungsamtes ist für geistig, körperlich und mehrfach behinderte Menschen zuständig.

Förderung für Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten in mehreren Bereichen bis zum Eintritt in den Kindergarten.

Wer möchte, dass sein behindertes Kind eine allgemeine Schule besucht, muss einen Antrag beim zuständigen staatlichen Schulamt stellen.
Eingliederungshilfe nach dem SGB XII kommt in Schulen nur für Assistenzdienste, d. h. für begleitende Hilfen durch eine schulfremde Person, z. B. einen Zivildienstleistenden, in Betracht.

Die Höhe der Hilfe bemisst sich nach dem zeitlichen Bedarf und wird mit dem Schulträger als Leistungserbringer abgerechnet.

Die Eltern müssen einen Antrag beim zuständigen staatlichen Schulamt stellen. Dieses stellt fest, ob das behinderte bzw. von einer Behinderung bedrohte Kind einen sonderpädagogischen Bedarf hat und entscheidet, welche Art von Schule das Kind besuchen soll.

Ein teilstationärer Besuch der Sonderschule ist die Regel. Die vollstationäre Unterbringung in einer Sonderschule kommt nur bei einer schweren Behinderung in Betracht oder wenn die nächstgelegene Sonderschule zu weit entfernt ist.

Wenn die häusliche Betreuung, z. B. wegen Urlaubs oder Entlastung der Pflegeperson vorübergehend nicht möglich ist, kann der Behinderte kurzzeitig stationär untergebracht werden. Behinderte mit Pflegestufe I oder keiner Pflegestufe haben in der Regel einen Anspruch auf 28 Tage Kurzzeitunterbringung. Bei Pflegestufe II oder III sind es 42 Tage.

Gleichzeitig mit Antragstellung beim Sozialamt muss bei Behinderten mit einer Pflegestufe bei der Pflegekasse ebenfalls ein Antrag gestellt werden. Die Leistungen der Pflegekasse sind vorrangig einzusetzen.

Sonstige Hilfen

Behinderte Menschen können unter bestimmten Voraussetzungen für den Kauf eines Pkw, besondere Zusatzgeräte hierfür, den Betrieb und die Instandhaltung des Fahrzeugs sowie für den Erwerb des Führerscheins Zuschüsse erhalten. 

Auch hier gilt der Nachrang der Sozialhilfe. Vorrangig zuständige Kostenträger können u. a. die gesetzliche Rentenversicherung, die gesetzliche Unfallversicherung, die Kriegsopferfürsorge, das Integrationsamt oder die Agentur für Arbeit sein.

Zu beachten ist, dass bei allen eventuellen Kostenträgern der Antrag vor Beschaffung des Kraftfahrzeuges zu stellen ist.

Infoblatt zu Kfz-Hilfen siehe unten.

Der Hilfeumfang ist auf den studien- und behinderungsbedingten Mehraufwand begrenzt. Hilfearten sind z. B. Kosten einer Hilfskraft, Sicherstellung der Fahrten zum Studienort, Kosten von Hilfsmitteln. Vorrangig ist nach dem Universitätsgesetz die Verpflichtung der Schule zur behinderungsgerechten Ausstattung.

Eine wesentliche Bedingung für Unterstützung ist die Prognose eines erfolgreichen Abschlusses und dass der angestrebte Beruf eine voraussichtlich ausreichende Lebensgrundlage bietet.

Hilfsmittel können zum Beispiel sein: Körperersatzstücke, orthopädische Hilfsmittel, Hörgeräte, eventuell auch gewisse Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens und vieles mehr.

  • Das Hilfsmittel muss erforderlich und geeignet sein zum Ausgleich der durch die Behinderung bedingten Mängel.
  • Das Vorliegen einer wesentlichen Behinderung ist nicht Voraussetzung, es genügt eine Zugehörigkeit zum Personenkreis der Behinderten.
  • Beachten Sie, dass die Eingliederungshilfe immer nachrangig gegenüber den anderen Rehabilitationsträgern ist. Es werden keine aufstockenden Leistungen durch die Eingliederungshilfe erbracht. 
Behinderter junger Mann im Rollstuhl beim Einkaufen im Supermarkt.
Quelle: Johannes-Diakonie Mosbach

Behinderte Menschen können statt einer Sachleistung auch Geld bekommen, über das sie persönlich verfügen können – das Persönliche Budget. Ziel ist es, ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren Alltag selbstständig zu bewältigen.

Das Persönliche Budget ist keine zusätzliche Leistung der Eingliederungshilfe, sondern  eine andere Art der Leistungserbringung. Dies bedeutet, dass bei der Prüfung und Bewilligung des persönlichen Budgets das gleiche Verwaltungsverfahren wie bei einer Sachleistung gilt. Das Persönliche Budget ist eine zusätzliche Wahlleistung. Budgetfähig sind alle Leistungen, die sich auf alltägliche und regelmäßig wiederkehrende Bedarfe beziehen.

Zuständiges Amt

Sozial- und Versorgungsamt

07131 994-423 (Ihre Ansprechpartner finden Sie oben rechts)
07131 994-8418
Lerchenstraße 40
74072 Heilbronn

Link zur sicheren Kommunikation

Ansprechpartner

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Zimmer: 256
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