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Mit Termin ins Landratsamt

In vielen Bereichen des Landratsamtes Heilbronn ist es zur Erledigung der Anliegen im Normalfall nicht notwendig, dass Besucherinnen und Besucher persönlich im Landratsamt erscheinen. In den meisten Fällen können dringende Angelegenheiten telefonisch, postalisch oder per E-Mail mit den jeweiligen Ansprechpartnern geklärt werden. Sollte jedoch der persönliche Besuch im Landratsamt notwendig sein, besteht die Möglichkeit, einen Termin zu vereinbaren. Bitte informieren Sie sich hier über die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme mit den jeweiligen Bereichen.

Beim Besuch des Landratsamtes muss eine medizinische Maske (OP- oder FFP2-Maske) getragen werden. 

Weniger Becher – mehr Genuss im Landkreis Heilbronn

Die beteiligten Akteure (von links nach rechts): Özlem Yag (Bäckerei Förch), Susanne Breuer (Abfallwirtschaftsbetrieb, Landratsamt Heilbronn), Michael Groß (Projektleiter Energie und Klima, Landratsamt Heilbronn), Nicolas Härdtner (Bäckerei Härdtner), Rüdiger Stengel (Bäckerei Stengel), Corina Stoll (Genussmeisterei Stoll), Johannes Hirth (Bäckerei Hirth), Reinhard Stoll (Genussmeisterei Stoll), Markus Hönnige (Bäckerei Hönnige), Yannik Hake (Klimaschutz+ Stiftung), Bernhard Kuhn (Bäckerei Skala), Simone Hartmann (Bäckerei Härdtner)

Im Landkreis Heilbronn werden ca. 1.200 Pappbecher pro Stunde ausgegeben. Das sind 11 Millionen Pappbecher pro Jahr, die nach einer kurzen Nutzungsdauer von oftmals nur zehn Minuten auf dem Müll landen.

Gegen diese Klima- und Umweltbelastung bieten ab Mittwoch, 26. April 2017, acht Bäckerei-Unternehmen aus dem Landkreis Heilbronn eine Alternative an. Den Kunden der Cafés, Bäckereien und Konditoreien Förch, Härdtner und Mitterer, Hirth, Hönnige, Skala, Stoll und Stengel ist es dann möglich, ihre eigenen Mehrwegbecher mitzubringen, vor Ort auffüllen zu lassen und so aktiv zum Umweltschutz beizutragen.

Der Landkreis Heilbronn ist der erste regionale Kooperationspartner, der das CLIMATE FAIR TO GO-Projekt flächendeckend umsetzt. „Es ist gelungen, rund 50 % der regionalen Bäckereigeschäfte, das sind 86 Filialen – für den Start des Projektes zusammenzubringen“, freut sich Norbert Raatz, der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes. „Gemeinsam wurde mit allen Projektbeteiligten die Vorgehensweise auf die lokalen Bedingungen angepasst. Dieses Engagement und die zügige, unkomplizierte Zusammenarbeit aller hat uns beeindruckt“, so Peter Kolbe, Vorsitzender der Klimaschutz+ Stiftung aus Heidelberg.

„CLIMATE FAIR TO GO setzt am Coffee To Go-Konsumverhalten und den damit verbunden versteckten Umweltkosten an. Die Projektpartner bieten ihren Kunden drei klimaschonendere Alternativen an: Erstens sich die Zeit zu nehmen und den Kaffee in Ruhe vor Ort zu genießen. Bei der zweiten Alternative ist es den Kunden möglich, den eigenen Mehrwegbecher mitzubringen und auffüllen zu lassen. Oder aber, wenn der Genuss vor Ort nicht möglich oder ein eigener Becher nicht vorhanden ist, den Pappbecher zu verwenden“, erklärt Michael Groß, Projektleiter des CLIMATE FAIR TO GO-Projektes im Landkreis Heilbronn und fügt hinzu „wenn es aber doch der Pappbecher sein soll, lautet die Botschaft: Einfach mal fair sein und die externen Kosten des Bechers mit übernehmen“.

Persönliche Klimaverantwortung steht im Fokus des Projekts

Fair sein gelingt mit CLIMATE FAIR TO GO ganz einfach: Produktion, Gebrauch und Entsorgung des To Go-Bechers stellen Belastungen für Umwelt und Klima dar. Die mit dem „schnellen Becher“ verbundenen Umweltkosten werden meistens einfach an die nächste Generation weitergegeben, da sie im Preis normalerweise gar nicht enthalten sind. Mit der Bestellung des Einwegbechers bei einem der Projektpartner beauftragt der Kunde seinen Kaffeeanbieter, den Kaffeepreis plus zusätzlicher 10 Climate-Fair-Cent abzurechnen und diese treuhänderisch im Auftrag des Kunden als Spende zugunsten des Landkreis-Bürgerfonds an die Klimaschutz+ Stiftung weiterzuleiten. Der Besteller verpflichtet die Klimaschutz+ Stiftung gleichzeitig, die Mittel des Bürgerfonds im ersten Schritt in lokalen und regionalen Klimaschutzprojekten, wie beispielsweise den Ausbau Erneuerbarer Energien oder zur Realisierung von Energieeffizienzpotentialen anzulegen und im zweiten Schritt jährlich die mit den Investitionsprojekten erzielten Gewinne sowie 5% der Fondsmittel an Projekte regionaler gemeinnütziger Initiativen, zur Förderung einer nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung auszuschütten.

Hintergrund

Das schnelle Geschäft mit Coffee To Go ist eine enorme Belastung für Klima und Umwelt. Alleine in der Bundesrepublik Deutschland verursachen pro Jahr 2,8 Milliarden Einwegbecher 40.000 Tonnen Abfall, deren Produktion und Transport rund 300.000 Tonnen THG-Emissionen pro Jahr verursachen. Das alles für ein Produkt, welches meist nur wenige Minuten genutzt wird, bevor es im Müll landet. Gemeinsam mit den Coffee to Go-Anbietern und der Klimaschutz+ Stiftung aus Heidelberg stellt sich das Landratsamt Heilbronn mit CLIMATE FAIR TO GO der Aufgabe, die Müllproblematik, die Ressourcenverschwendung und die damit verbundene Klima- und Umweltbelastung anzugehen.

Das Landratsamt Heilbronn ist Initiator und Koordinator des Gemeinschaftsprojekts und stellt kostenlos zum Auftakt des Projektes 2.000 hochwertige Mehrweg-Becher aus Porzellan zur Verfügung. „Einen solchen erhalten die Kunden künftig in allen beteiligten Verkaufsstellen beim Erwerb einer Bonuskarte für fünf Heißgetränke im Mehrwegbecher geschenkt. Bei Abgabe der vollen Stempelkarte erhalten die Kunden ein sechstes Heißgetränk gratis“, erklärt Norbert Raatz vom Abfallwirtschaftsbetrieb.
„Mehrweg hat nicht automatisch die bessere Ökobilanz als Einweg, das stimmt nur dann, wenn die
Becher oft benutzt werden.“, betont Groß die Verbindung zwischen dem Bechergeschenk und der Bonuskarte.

Auch der Geschäftsführer der KEA (Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg) Dr. Volker Kienzlen lobt die gute Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten: „Das Besondere am Heilbronner Kaffee-Projekt ist, dass die Projektbeteiligten persönliche, wirtschaftliche und Marketinginteressen hinter das gemeinsame Ziel eines sinnvollen Beitrags zu einer klimaschützenden, nachhaltigen gesellschaftlichen Entwicklung zurückstellen.“

Weitere Projektpartner erwünscht!

Das Ziel ist es, dass sich weitere Coffee to go-Anbieter im Landkreis dem CLIMATE FAIR TO GO–Projekt anschließen. Interessierte können sich beim Projektleiter Michael Groß unter michael.gross@landratsamt-heilbronn.de oder telefonisch unter 07131 994 1184 melden.


CLIMATE FAIR TO GO - Sie merken den Unterschied

Rita Förch (Bäckerei Förch): „Wir als Familie Förch sehen uns in der Verantwortung, privat und unternehmerisch auf unseren ökologischen Fußabdruck zu achten, den wir auf dieser Erde hinterlassen. Dieses gute Gefühl möchten wir nun auch mit unseren Kunden teilen. Wir sind überzeugt, dass viele unserer Kunden diese Auffassung mit uns teilen und wir somit stärken können, was uns verbindet.“

Markus Hönnige (Bäckerei Hönnige): „Unser ganzer Betrieb ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Von den Rohstoffen bis zum Strom. Das Climate Fair to Go ist folglich ein weiterer notwendiger Schritt.“

Johannes Hirth (Bäckerei Hirth): „Wir sind für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Langfristig soll mit der Aktion der alternative Mehrwegbecher den To-Go-Becher ganz ersetzen. Unser Ziel ist es, unsere Kunden mit ins Boot zu nehmen und dadurch auch eine größere Wirkung zu erzielen.“

Nicolas Härdtner (Bäckerei Härdtner / Mitterer): „Wir sind seit über 35 Jahren im Bio-Sortiment demeter-Partner, unsere Unternehmen Härdtner und Mitterer sind nach der DIN ISO 50001 in nachhaltigem Energiemanagement zertifiziert. Zusammen mit unseren Kunden und Gästen gehen wir nun mit Climate fair to go einen weiteren, konsequenten Schritt in Richtung aktiven Umweltschutz.“

Corina Stoll (Bäckerei Stoll): „Wenn es um innovative Zukunftsprojekte geht, war mir sofort klar, als kleiner Handwerksbetrieb sind wir dabei! Gerne sind wir auch als "kleiner Fisch" Vorreiter, wenn es um die Zukunft unserer Kinder und deren Umwelt geht. Packen wirs an!“

Rüdiger Stengel (Bäckerei Stengel): „Mich stört schon lange, dass die Einwegbecher viel zu schnell im Müll landen. Ich möchte etwas tun für die Umwelt“

Bernhard Kuhn (Bäckerei Skala): „Jeder eingesparte Pappbecher ist ein kleiner Schritt in Sachen Umweltschutz und wird im Laufe der Zeit aber einen riesigen Müllberg vermeiden. Es ist zwar etwas unbequem für jeden einzelnen  aber das Ergebnis dieser Aktion wird uns Recht geben.“